Von Angela lernen

Nein, ich meine nicht unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel – ich meine Angela Ahrendts, der 2006 als neue Chefin von Burberry aufgefallen war, dass zum ersten Management-Meeting kein einziger Teilnehmer im Burberry-Trenchcoat kam und Sie mit Recht fragte „wie wollt ihr eure Produkte verkaufen, wenn ihr euch selbst nicht mit ihnen identifiziert ?“

Was ihr bei Burberry gelang ist legendär: Sie konnte den Umsatz der vor allem durch Lizenzgeschäft nahezu ruinierten Modemarke in acht Jahren verdreifachen und Burberry durch Fokussierung, Zentralisierung, Social Media und Content Marketing für die Millenials verjüngen, begehrt machen und wieder zu einer Top-Luxusmarke repositionieren.

2014 wird Angela Retail-Chefin bei Apple und baut die Apple-Stores zu Community-Boutiquen um, verbindet Retail mit Online-Handel und setzt die Corporate Identity in Stores und Internet um. Die Produktpräsentation rückt in den Hintergrund zugunsten von Events, classes, workshops, Service, Kommunikation und Get-Together. Sichtbarste Innovationen und Veränderungen sind die Flagshipstores im Stile großer Foren an Top-Adressen in Paris, Mailand oder Washington. „When you are serving digital natives, the thing they long for more than anything is human connection“ (Retail is broken. Apple’s Angela Ahrendts has a plan, Suzy Menkes, Vogue Business, 29.1.2019). So wird zum Beispiel jeder Teilnehmer eines „Today at Apple“ gefragt „Did we inspire you to learn something new? Did we help to unlock your creativity? Die Rücklaufquote liegt bei 96 Prozent.

Im April 2019 verlässt sie Apple und will nun als Mitglied des Verwaltungsrats eine Airbnb Community aufbauen. Ich bin gespannt was wir bald Neues von Angela lernen können – auch in Bezug auf Karriere-Timing…